Wie lernen wir neue Wörter?
Wie lernt das Gehirn neue Wörter?
Wenn du neue Wörter lernst, arbeiten verschiedene Teile deines Gehirns zusammen, damit du sie dir merken kannst. Du kannst Wörter beim Spielen hören, sie in Büchern lesen, laut aussprechen oder aufschreiben.
Jede Erfahrung hilft dabei, Verbindungen in deinem Gehirn aufzubauen. Mit der Zeit können diese Verbindungen dir helfen, Wörter leichter zu merken und zu verwenden.

Reden und zuhören
Wenn du mit anderen Menschen sprichst, spielst und Zeit mit ihnen verbringst, hörst du Wörter in echten Alltagssituationen. Wenn du Wörter immer wieder hörst und selbst benutzt, kannst du ihre Bedeutung besser verstehen und sie dir leichter merken. Dabei lernst du oft neue Wörter, ohne sie auswendig lernen zu müssen!
Probier es aus: Erstellt zusammen eine Wortsammlung. Wählt ein Thema, zum Beispiel eine Sportart, und nennt abwechselnd so viele Wörter wie möglich, die dazu passen.

Lerne Wörter mit deinen Sinnen

Wenn dir eine Lehrperson, deine Eltern oder Freunde etwas Neues zeigen, sagen sie dir, wie es heisst und was es bedeutet. Dein Gehirn verknüpft das Wort mit dem, was du sehen, hören, riechen oder anfassen kannst. Je mehr Möglichkeiten du hast, ein Wort kennenzulernen, desto leichter kannst du es dir merken.

Es gibt viele Wege, Wörter zu lernen. Einer davon ist die Brailleschrift. Dabei stehen verschiedene Kombinationen aus kleinen, fühlbaren Punkten für Buchstaben und Zahlen. So können Wörter durch Berührung gelesen werden. Viele blinde Menschen lesen Braille mit ihren Fingerspitzen. Sie ertasten die Punkte und erkennen dadurch die Wörter, genauso wie sehende Menschen Wörter mit ihren Augen lesen.
Kannst du durch Lesen neue Wörter lernen?
Wenn du in einer Geschichte ein neues Wort liest, verknüpft dein Gehirn es mit den Bildern, Handlungen und Ideen in der Geschichte. Wenn du das Wort später wieder siehst, helfen dir diese Verknüpfungen, es besser zu verstehen und leichter zu merken.
Schau dir das Bild unten genau an. Was passiert gerade? Wie fühlen sich die Kinder? Wähle ein Kind aus und finde drei Wörter, die sein Aussehen, seine Gefühle oder seine Handlung beschreiben.

Hör genau hin: Sprachlaute entdecken
Wenn du ein neues Wort liest, benutzt du deine Augen oder deine Fingerspitzen. Aber was passiert, wenn du ein neues Wort hörst? Wenn du genau auf Sprachlaute achtest, kannst du neue Wörter lernen und deine Lese- und Sprechfähigkeiten verbessern.
Dein Gehirn, deine Zunge, deine Lippen und deine Stimme arbeiten zusammen, um Sprachlaute zu erzeugen. Sprich ein Wort langsam aus und achte darauf, wie sich dein Mund bewegt. Welche Laute machst du mit deinen Lippen? Welche mit deiner Zunge?

Vokale laut vorlesen
Jedes Wort enthält mindestens einen Vokal, auch Selbstlaut genannt. Das sind Laute, bei denen die Luft ungehindert aus dem Mund strömen kann. Im Deutschen werden Vokale mit den Buchstaben A, E, I, O und U geschrieben. Auch Ä, Ö und Ü stehen für Vokale. Jeder dieser Buchstaben kann unterschiedlich klingen, je nachdem, wie er ausgesprochen wird. Das kurze „a“ in Apfel klingt zum Beispiel anders als das lange „a“ in Hase. Lautes Vorlesen hilft deinem Gehirn, die Buchstaben mit den Lauten zu verbinden, die du sprichst und hörst.

Wörter in Silben aufteilen
Wenn du Wörter in Silben aufteilst, werden lange Wörter oft leichter zu lesen, auszusprechen und zu schreiben. Zum Beispiel kannst du das Wort „Elefant“ in „El-e-fant“ aufteilen. Probier’s aus: Sprich ein Wort und klatsche bei jeder Silbe in die Hände. So hörst du die einzelnen Teile des Wortes besser. Das kann dir helfen, neue Wörter leichter zu merken und richtig zu schreiben.

Neue Wörter mit Liedern lernen
Du kannst neue Wörter auch durch Lieder lernen. In Liedern werden Wörter und Sätze oft wiederholt. So hörst du sie viele Male. Melodie, Rhythmus und Wiederholungen können dir helfen, Wörter und Sätze besser zu merken. Hattest du schon einmal einen Ohrwurm?
Schon
gewusst
?

Dein Wortschatz wächst immer weiter
Du lernst nach und nach neue Wörter dazu, durch Lesen, Gespräche und die Dinge, die du jeden Tag erlebst. Als du ungefähr zwei Jahre alt warst, kanntest du schon rund 300 Wörter. Wenn du die Schule abschliesst, kennst du vielleicht schon mehr als 40'000 Wörter! Doch damit hört das Lernen noch lange nicht auf. Das riesige Netzwerk aus Wörtern wächst dein ganzes Leben lang weiter. Forschende haben sogar herausgefunden, dass Erwachsene ihren Wortschatz genauso gut erweitern können wie Kinder.
Finde heraus, was neue Wörter bedeuten
Wenn du ein neues Wort entdeckst, ist das Herausfinden der Bedeutung manchmal wie das Knacken eines Geheimcodes. Du kannst ein langes Wort in kleinere Bestandteile zerlegen oder dir die anderen Wörter im Satz anschauen, um Hinweise zu finden.
Je mehr Wörter du lernst, desto grösser wird dein Wortschatz. Gleichzeitig verknüpft dein Gehirn diese Wörter zu einem immer grösseren Netzwerk. Lass uns erkunden, wie dein Gehirn Ideen miteinander verbindet und Hinweise nutzt, um die Bedeutung neuer Wörter zu verstehen.

Wie du den Code schwieriger Wörter entschlüsselst
Suche nach bekannten Wortteilen. Wenn du ein neues Wort lernst, suche nach kleineren Bestandteilen, die du bereits kennst. Wenn un- „nicht“ bedeutet und freundlich bedeutet, nett zu anderen zu sein, dann kannst du herausfinden, dass unfreundlich „nicht freundlich“ bedeutet.
Achte auf die Wörter im Satz. Allein kann ein neues Wort schwer zu verstehen sein. In einem Satz oder einer Geschichte helfen dir die Wörter drumherum oft dabei, seine Bedeutung herauszufinden.
Verknüpfe neue Wörter mit bekannten Wörtern. Dein Gehirn liebt Wortsammlungen! Neue Wörter hängen mit Wörtern zusammen, die du schon kennst. Wenn du das Wort eisig lernst, verbindet dein Gehirn es mit Wörtern wie kalt, kühl oder frostig. Wenn du Wörter nach ihrer Bedeutung gruppierst, kannst du dir leichter merken, wie man sie verwendet.
Denke an verschiedene Bedeutungen. Wörter können mehr als eine Bedeutung haben. Woher weisst du, welche gemeint ist? Die Wörter drumherum im Satz geben dir Hinweise.
Wörter lernen: Eine Reise durch die Geschichte
Menschen haben schon immer Hilfsmittel entwickelt, um Wörter besser im Gedächtnis zu behalten. Komm mit auf eine Zeitreise durch 360 Jahre und vier Länder und entdecke, wie Menschen Wörter gelernt haben.
Wie können wir heute neue Wörter lernen?

Bücher und Comics
Bücher und Comics können dir dabei helfen, neue Wörter durch Geschichten, Bilder und den Zusammenhang im Text zu lernen. Du kannst einfach stoppen, den Text noch einmal lesen und über neue Wörter nachdenken. Du kannst auch mit deinen Freunden, deinen Eltern oder deiner Lehrperson über die Wörter sprechen.

Interaktive Bücher
Interaktive Bücher können dir helfen, Wörter auf verschiedene Weise zu lesen, zu hören und zu entdecken. Du kannst dir Wörter vorlesen lassen, auf ein Wort tippen, um mehr darüber zu erfahren, oder neue Wörter mit Hilfe von Bildern, Klängen und Aktivitäten kennenlernen.

Video oder Fernsehen
Wenn du Videos schaust oder fernsiehst, kannst du durch Geschichten, Gespräche und Situationen aus dem Alltag neue Wörter kennenlernen. Wenn du ein Wort nicht verstehst, kann es helfen, kurz anzuhalten, darüber zu sprechen oder seine Bedeutung später nachzuschlagen.
Ein Buch, das sich deinen Bedürfnissen anpasst
Digitale Bücher können sich deine Bedürfnissen anpassen. Du kannst dir Geschichten anhören, Buchstaben grösser und fetter machen, den Abstand zwischen Wörtern vergrössern oder die Farben anpassen. So kann das Lesen leichter werden. In diesem Video erfährst du, wie Bibliotheken in Kanada Bücher zugänglicher machen und mehr Kindern die Freude am Lesen und Lernen ermöglichen.
Karteikarten zum Lernen neuer Wörter
Karteikarten sind Karten, die dir helfen können, neue Wörter zu üben und zu merken. Jedes Mal, wenn du dich an ein Wort erinnerst, stärkt dein Gehirn die Verbindungen zu diesem Wort. Dadurch fällt es dir beim nächsten Mal leichter, dich daran zu erinnern. Je öfter du neue Wörter übst und benutzt, desto leichter kannst du sie dir merken.
Wie Schreiben dir dabei helfen kann, neue Wörter zu lernen

Erstelle ein Wortnetz
Schreibe das neue Wort in die Mitte eines Blatts. Schreibe rundherum alles auf, was dir dazu einfällt: Wörter, Ideen, Bilder oder Erlebnisse. So kann dein Gehirn das neue Wort mit Dingen verknüpfen, die du schon kennst.

Schreibe eine Geschichte
Wähle drei neue Wörter aus und schreibe eine lustige Geschichte. Je einprägsamer die Geschichte ist, desto leichter kannst du dich später an die Wörter erinnern. Achte beim Schreiben auf die Formen und die Reihenfolge der Buchstaben. So bekommt dein Gehirn noch eine zusätzliche Möglichkeit, sich die Wörter zu merken.

Spiele ein Spiel
Schreibt in der Gruppe jeweils ein neues Wort auf einen Zettel. Knüllt die Zettel zu Kugeln zusammen und werft sie in einen Behälter. Wählt ein Thema für eure Geschichte. Zieht dann ein Wort aus dem Behälter und schreibt einen Satz mit diesem Wort. Setzt eure Sätze zu einer verrückten Geschichte zusammen. Zieht weitere Wörter und fügt immer neue Sätze hinzu!
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Lernziele
Basierend auf dem Lehrplan 21, Deutschschweiz, 2026.
Deutsch:
Die Schülerinnen und Schüler ...
D.2.B.1 für 9+
2e) können Abbildungen zum Verstehen des Textes nutzen.
2f) können die Bedeutung von unbekannten Wörtern aus dem Kontext erschliessen, erfragen oder mit geeigneten Hilfsmitteln (z.B. Wörterbuch, Sachbuch, Internet) nachschlagen und damit ihren rezeptiven Wortschatz erweitern.
Englisch:
FS1E.2.A.1 für 9+
2 a A1.1) können einzelne Ausdrücke mithilfe von Illustrationen verstehen.
2 a A1.2) können einfache kurze Texte mithilfe von Illustrationen verstehen.
FS1E.2.A.2 für 9+
2b) können in einfache, mit Bildern illustrierte kurze Texte eintauchen (z.B. Comic, illustrierte Geschichte).
FS1E.2.B.1 für 9+
2c) können Lesestrategien einsetzen, wenn sie dabei teilweise unterstützt werden, und sich über deren Nutzen austauschen (z.B. Vorwissen aktivieren, Thema erkennen, Unbekanntes erschliessen, wiederholtes Lesen, verschiedene Informationsquellen nutzen).
FS1E.5.B.2 für 9+
2a) können unter Anleitung Strategien und Techniken für das Wortschatzlernen nutzen.
2b) können Erfahrungen mit Strategien und Techniken zum Wortschatzerwerb reflektieren und unter Anleitung entscheiden, welche ihnen am besten zusagt (z.B. Wortkartei, Wörternetz, Lernspiel, Bildwörterbücher, elektronische Wörterbücher, App).
2b) können ausgehend vom bestehenden individuellen Wortschatz mithilfe von Hör-, Lesetexten und Gesprächen ihren produktiven Wortschatz erweitern.
Lernen mit digitalen interaktiven Büchern
Die Schülerinnen und Schüler können ...
Merkmale interaktiver Bücher benennen, die das Wortschatzlernen unterstützen, indem sie Lernenden ermöglichen, Wörter in unterschiedlichen Kontexten zu lesen, zu hören, zu sehen, anzuwenden und zu schreiben.
Über die Autorin

Diese Geschichte wurde geschrieben von Alison Spence Montillet
Alison lebt in der Schweiz und unterrichtet Englisch als Fremdsprache für Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren. Ihr Schwerpunkt liegt auf aktivierenden, interaktiven Unterrichtsmethoden, darunter auch Content and Language Integrated Learning (CLIL). Durch ihre langjährige Erfahrung im Museumsbereich interessiert sie sich besonders dafür, Museumssammlungen aktiv in den Sprachunterricht einzubinden.
"Ich nutze das Digital Museum of Learning, um meinen Englischunterricht zu bereichern. Die Geschichten und Materialien ergänzen die Lehrmittel auf ideale Weise und helfen meinen Schülerinnen und Schülern, ihren Wortschatz zu erweitern. Besonders begeistert sind sie von den interaktiven Aktivitäten, den Zertifikaten und den spannenden Einblicken in den Alltag von Kindern früherer Generationen."
Erfahre mehr über Alison auf Linkedin
Das Konzept für die Geschichte wurde mit Unterstützung von Professorin Natalia Ingebretsen Kucirkova entwickelt und anschliessend von Dr. Rachel Romeo unabhängig geprüft.
Literaturverzeichnis
Lernen durch Konversation und Spiel
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Lernen von Wörtern durch Lesen
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Hogenboom, M. (2023, 6. Februar). How the brain changes as children learn to read. BOLD Science. https://boldscience.org/how-the-brain-changes-as-children-learn-to-read/
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Lernen von Wörtern durch Schreiben
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Lernen von Wörtern über Zeit und Raum hinweg
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McNamara, C. (2014, 14. Mai). In the image of God: John Comenius and the first children’s picture book. The Public Domain Review. https://publicdomainreview.org/essay/in-the-image-of-god-john-comenius-and-the-first-children-s-picture-book/
Weygand, Z. (2009). The blind in French society from the Middle Ages to the century of Louis Braille (E.-J. Cohen, Übers.). Stanford University Press. https://doi.org/10.11126/stanford/9780804757683.001.0001
Copyright und Lizenzen
Geräusche im Spiel
Generiert mit Fliki.ai (kostenlose Version).
Bilder in den Quiz
Ein Kind erkundet ein Buch mit allen Sinnen, Illustration von Claudia Flandoli für BOLD, Copyright.
Nahaufnahme eines Mädchens in Sportkleidung mit Tennisschläger, RDNE Stock Project, Pexels, frei nutzbar.
Fröhlicher kleiner Junge mit Schutzhelm, Addictive Stock, iStockphoto, Copyright.
Mann mit Gesichtsmaske, Nothing Ahead, Pexels, frei nutzbar.
Frau richtet die Sonnenblende während der Fahrt auf einer Autobahn ein, pairhandmade, Adobe Stock, Copyright.
Schüler im orangefarbenen Poloshirt sitzt am Schreibtisch und schreibt mit einem roten Bleistift auf ein Blatt Papier, Wavebreakmedia Ltd (IFE-260427), Alamy, Copyright.













