Genau hinschauen, Bedeutung schaffen: neue bildbasierte Lernaktivitäten
Eine wachsende Sammlung von Aktivitäten, in denen Kinder Kunstwerke betrachten, aus dem Gesehenen Bedeutung schaffen und darüber nachdenken, wie sie lernen.

What's going on in this picture?
Das Digital Museum of Learning freut sich, eine wachsende Sammlung von Lernmaterialien für Kinder im Alter von 7 bis 12 Jahren vorzustellen. Die Aktivitäten laden dazu ein, Bilder durch genaues Betrachten, Gespräche und kreative Antworten zu erkunden.
Durch die Auseinandersetzung mit Kunstwerken entwickeln Lernende Aufmerksamkeit, Neugier und Selbstvertrauen.
Diese Reihe gründet auf visueller Bildung – der Fähigkeit, Bilder zu verstehen und daraus Bedeutung zu entwickeln.
Jede Aktivität lädt Kinder dazu ein, Zeit mit einem Bild zu verbringen und es sorgfältig zu betrachten. Danach folgen Deutung, persönlichen Reflexion und eigene Ausdrucksformen. Der Prozess ermutigt Lernende, ihr Denken zu erklären, verschiedene Perspektiven einzunehmen und sich bewusst zu werden, wie sie Bedeutung schaffen.
Der Ansatz stützt sich auf Praktiken wie das langsame Betrachten (Slow Looking), Visual Thinking Strategies (VTS), Denkroutinen und forschend-beobachtendes Lernen. Zudem fördert er die Fähigkeit, über das eigne Denken nachzudenken (metakognitive Reflexion).
Wie die Aktivitäten aufgebaut sind
Die Aktivitäten folgen einem klaren Lernprozess:
Beobachtung | Genau hinschauen. Lernende beginnen damit, Details, Muster, Gesten und visuelle Elemente wahrzunehmen. Dabei wird ihre Aufmerksamkeit geschult und ihre Neugier geweckt.
Deutung | Bedeutung schaffen. Sie erkunden, was auf dem Bild geschehen könnte und warum. Sie begründen ihre Deutungen mit visuellen Hinweisen.
Verbindung | Mit Erfahrung verknüpfen. Lernende verknüpfen das Bild mit ihrem eigenen Leben, ihren Fragen und ihren Lernprozessen und machen die Erfahrung dadurch bedeutsamer.
Ausdruck | Verständnis teilen. Sie teilen ihre Ideen durch Sprechen, Schreiben, Zeichnen oder Gestalten und entdecken verschiedene Wege, ihr Verständnis auszudrücken.
Warum das wichtig ist
Bilder prägen unser Verständnis von der Welt. Doch bewusstes Betrachten wird selten gezielt gelernt.
In einem Umfeld ständiger visueller Reize ist es besonders wichtig, innezuhalten und bewusst über Bilder nachzudenken. Wenn Kinder sich intensiv mit dem auseinandersetzen, was sie sehen, wird Lernen aktiver, reflektierter und nachhaltiger.
Die Fähigkeiten, auf die visuelle Bildung zurückgreift – Aufmerksamkeit, Schlussfolgern, Empathie und Kommunikation –, sind in vielen Fächern wichtig, vom Deuten naturwissenschaftlicher Diagramme bis zum Analysieren historischer Bilder. Besonders wenn Lehrpersonen den Schülerinnen und Schülern helfen, diese Gewohnheiten von einem Kontext in den nächsten zu übertragen. Gleichzeitig unterstützt dieser Ansatz inklusives Lernen, indem vielfältige Perspektiven und die unterschiedlichen Ausdrucksformen der Kinder wertgeschätzt werden.
Diese Sammlung ist Teil einer wachsenden Reihe von Lernmaterialien, die bildbasiertes Lernen mit Themen aus unseren Ausstellungen verbindet. Im Mittelpunkt stehen Kunstwerke aus den Sammlungen unserer Partner, sowie gemeinfreie Bilder aus der ganzen Welt.
Derzeit verfügbar:
Weitere Lernmaterialien werden der Sammlung bald hinzugefügt.
Warum lernen wir nich alle gleich?
Basierend auf Colorful Classroom von Ariane Jackson (2024), aus Embracing Our Differences.

Welche Geräusche enthält dieses Bild?
Basierend auf Kinderkapelle von Tadeusz Makowski (1922), aus dem Nationalmuseum in Warschau.

Den blauen Drachen genau betrachten
Basierend auf einer Fotografie von Philippe Wagneur von Artefakten (dem blauen Drachen und dem blauen Knopf) in der Blaschka-Sammlung des Naturhistorischen Museums Genf.

Forschung, die diesem Ansatz zugrunde liegt
Diese Sammlung basiert auf Erkenntnissen aus der Forschung zu visueller Bildung, Metakognition und Lernen durch Beobachtung. Sie greift insbesondere Ideen und Methoden auf, die von Forschenden bei Project Zero sowie im Rahmen der Visual Thinking Strategies entwickelt wurden.
Weiterführende Literatur
Lopez-Leon, R., & Thompson, D. S. (Eds.). (2024). Connecting visual literacy to theory: Revisiting the disruptions of visual thinkers in education and beyond. Routledge.
Kraler, Ch., Jung, A. (2020). Bilder lesen als elementare Kulturtechnik. In: Erziehung und Unterricht, Heft 3-4, S. 241 - 250.
Tishman, S. (2017). Slow Looking: The Art and Practice of Learning Through Observation. Routledge.
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